EUROPA AKTUELL

Erweiterung 200x: Wie geht es nach dem Big Bang weiter?

Nach dem historischen Erweiterungsmai 2004 mit zehn Neuzugängen klopfen bereits die nächsten Kandidaten immer lauter an die Tore der EU. In diesem Dossier verfolgen wir, wie sich die Verhandlungen mit Bulgarien, Rumänien, Kroatien und der Türkei entwickeln und wie sich die EU mit ebenfalls stark interessierten Staaten wie der Ukraine auseinandersetzt.

Die Themen im Überblick

Rumänien: Unter verschärfter Aufsicht

Am 26. September wird die EU-Kommission ihren Report vorlegen, der maßgeblich darüber entscheidet, ob Rumänien schon 2007 in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Bukarest gibt sich optimistisch, aber Brüssel drängt auf mehr Tempo. Denn Rumäniens Image in EU-Kreisen bleibt zwiespältig.

Entscheidung über Bulgarien und Rumänien verschoben

Erweiterungskommissar Olli Rehn hat am 16. Mai 2006 den letzten Monitoringbericht der EU-Kommission vorgestellt. Ein Beitritt der beiden Balkanstaaten im nächsten Jahr ist jetzt wahrscheinlich, auch wenn sie bis zum Herbst noch einige Mängel beseitigen müssen.

"Richtig und nachvollziehbar" - Reaktionen auf den EU-Fortschrittsbericht

Die Europäische Kommission will sich noch nicht auf ein Aufnahmedatum für Bulgarien und Rumänien festlegen. Wie wurde die Entscheidung in Europa aufgenommen? europa-digital dokumentiert einige Reaktionen.

EUropa soll nicht weiter wachsen

Heute ist von der EUphorie im Erweiterungs-Mai 2004 nur wenig übrig geblieben. In Brüssel gedeihen immer mehr Ideen, wie man weitere Beitrittsersuche auf die lange Bank schieben kann.

Mazedonien auf Erweiterungskurs

Die EU-Kommission hat sich für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien ausgesprochen. Sie sieht in dem Land des westlichen Balkans einen "funktionierenden multi-ethnischen Staat". Bis zum EU-Beitritt ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Neuer Fortschrittsbericht für Kroatien

Gut zwei Wochen nach der Vorstellung des Monitoring-Reports für Bulgarien und Rumänien präsentierte Olli Rehn am 9. November 2005 den Bericht für Kroatien. Der Umgang der kroatischen Justiz mit international gesuchten Kriegsverbrechern scheint das einzige größere Problem zu sein, das einen EU-Beitritt Kroatiens noch verhindern könnte

Bulgarien und Rumänien: Fortschrittsbericht 2005

Erweiterungs-Kommissar Olli Rehn stellte dem Europäischen Parlament am 25. Oktober 2005 die Kerninhalte des Monitoring-Reports 2005 vor. Im April oder Mai 2006 wird dann ein letzter Bericht folgen, der sich unmittelbar auf den Beitrittszeitpunkt von Bulgarien und Rumänien zur EU auswirken wird.

Kroatien bekommt eine zweite Chance

Am späten Montagabend haben die EU-Außenminister überraschend die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien beschlossen. Diese unerwartete Entscheidung ist allerdings in dem Türkei-Trubel fast untergegangen.

Die erweiterte EU im Alltag

Für 74 Millionen Menschen in den zehn EU-Beitrittstaaten bedeutete der 1. Mai 2004 den offiziellen Start in eine neue Epoche. Doch ein Jahr nach dem "Völkerfrühling" hat der Alltag die Feierlaune ersetzt.

Keine Verhandlungen mit Kroatien

Alle Unschuldsbeteuerungen nutzen nichts. Knapp 24 Stunden vor dem geplanten Beginn der Beitrittsverhandlungen zog die EU die Notbremse. Jetzt will man erst dann mit Kroatien verhandeln, wenn es bewiesen hat, dass es zur "uneingeschränkten" Zusammenarbeit mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bereit ist.

Kroatien muss wohl noch warten

Es droht das zu passieren, was sich in der kroatischen Regierung offenbar niemand ernsthaft vorstellen konnte. Die für den 17. März geplante Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit dem Balkanstaat könnte sich verschieben.

Harte Hunde, die bellen...

EUropas angehenden Neumitgliedern weht neuerdings ein rauer Wind ins Gesicht. Der neue Erweiterungskommissar Olli Rehn gibt sich als harter Hund. Der Finne hat in seinen ersten 100 Tagen Amtszeit vor allem die drei heißesten Anwärter Bulgarien, Rumänien und Kroatien mächtig aufgeschreckt.

Wie verlaufen Beitrittsverhandlungen?

Nach langem Warten erhielt die Türkei im Dezember 2004 ein konkretes Datum für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen. Auch mit Kroatien sollen im März 2005 die Gespräche über einen Beitritt beginnen. Doch wie geht es dann weiter?

Der Zug der Integration rollt weiter

Sechs Tage, 4.000 Kilometer, 30 Personen, vier Waggons - und die nicht enden wollenden Weiten Osteuropas. Der Train d'Europe führ einmal die Strecke Berlin-Talinn via Warschau, Belarus, Vilnius und Riga - und zurück. Einst von benachteiligten Jugendlichen in Polen umgebaut, rollt der Waggon nun die buntesten Gruppen über den Kontinent - meistens durch die neuen Länder der EU.

EUropa wird noch größer

Seit dem Juni-Gipfel in Brüssel 2004 steht neben Bulgarien und Rumänien ein drittes Land auch offiziell im Wartestand: Kroatien. Nach Slowenien wird die Republik also der zweite Staat des zerfallenen Jugoslawiens, den die Gemeinschaft aufnehmen wird. Wann, darüber scheiden sich noch die Geister.