EUROPA AKTUELL

  • Torsten Schäfer
 

Europaberichterstattung in vielen Ländern problematisch

Im Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Bedeutung spielt die EU in den Medien eine geringe Rolle. Warum das so ist, untersuchen Wissenschaftler aus elf Staaten im Projekt "Adequate Information Management in Europe", kurz AIM. Das Projekt wird am Dortmunder Erich-Brost-Institut für Journalismus in Europa (EBI) koordiniert.

Kommunikations- und Medienwissenschaftler, Politologen und Soziologen aus elf europäischen Ländern untersuchen innerhalb von drei Jahren, welchen Einfluss die Massenmedien auf die Entwicklung einer europäischer Öffentlichkeit haben. Finanziert wird das 2004 gestartete Projekt der Wissenschaftler aus Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, Norwegen, Polen und Deutschland von der EU-Kommission. Das Forscherteam analysiert Arbeitsprozesse im EU-Journalismus, untersucht in diesem Zusammenhang die nationalen journalistischen Kulturen und nimmt auch die Kommunikationsstrategien der EU-Institutionen in den Blick. Zudem sollen Empfehlungen für die Arbeit von EU-Journalisten sowie für die journalistische Aus- und Weiterbildung entwickelt werden.

Defizite bei der Europaberichterstattung

Die ersten Ergebnisse der AIM-Studie stützen die Befunde bisheriger Untersuchungen und Analysen. Zahlreiche Defizite treten zu Tage, die charakteristisch für die Europaberichterstattung sind. Ausgewertet wurden zwischen dem 7. und 27. März 2005 Berichte aus regionalen, überregionalen und Boulevardzeitungen sowie öffentlich-rechtliche und private TV-Nachrichtensendungen. Zusätzlich standen in den teilnehmenden Ländern 158 Journalisten für das AIM-Projekt in Interviews Rede und Antwort. Befragt wurden bei unterschiedlichen Medien möglichst ein leitender Nachrichtenredakteur und der für die EU zuständige Redakteur.

Im zweiten Teil stellen wir Ihnen die wichtigsten Resultate vor.

Erstveröffentlichung am 9.12.2005