EUROPA AKTUELL

  • Ina Klein
2.9.
2004
Die Frage der Woche

Wie lang sollen wir denn noch lernen?

Der Wandel von der klassischen Industriegesellschaft hin zur Informationsgesellschaft hat Auswirkungen auf den Menschen und seine Beschäftigung. Oft entsteht eine Kluft zwischen dem, was der Einzelne an Kenntnissen besitzt und dem, was durch die gegenwärtigen - vor allem technischen - Entwicklungen an Kenntnissen erforderlich wäre. Also wie diese Kluft überwinden?

In der Europäischen Union findet sich das Thema "lebenslanges Lernen" immer wieder auf der Agenda der EU-Gipfel und ist Gegenstand von Kommissionsdokumenten. Besonders seit dem Europäischen Rat von Lissabon im Jahr 2000 ist "lebenslanges Lernen" zum Grundelement des europäischen Gesellschaftsmodells und zu einer Priorität der europäischen Beschäftigungsstrategie erklärt worden.

Daraufhin veröffentlichte die Kommission im November 2001 die Mitteilung "Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen" [KOM (2001) 678 endg.] und avancierte das Thema in der EU-Agenda nach oben. In der Mitteilung wurden Denkanstösse unterbreitet, die Bildung als eine Aufgabe betrachten, die am Ende der obligatorischen Schulzeit nicht abgeschlossen ist. Auf dieser Grundlage wird Bildung als ein Projekt betrachtet, das sich über das gesamte Leben eines Menschen erstreckt. Und wer sich ein Leben lang bildet, der bleibt auch ein Leben lang beschäftigungsfähig - so die Ausgangsidee. Die einzelnen EU-Mitgliedstaaten haben auf jeden Fall damit begonnen, das Thema lebenslanges Lernen in ihre zukünftigen Politiken einzubeziehen.

Wenn auch auf politischer Ebene schon eine Menge dafür getan wird - 1996 war sogar das europäische Jahr des lebenslangen Lernens - so scheint es noch nicht wirklich in den Köpfen der Menschen angekommen zu sein. Neun von zehn Europäern sind der Meinung, dass lebenslanges Lernen wichtig ist, aber nur 58% sagen, dass sie in der Lage sind, einen Computer zu benutzen, und sehr wenige denken an Fernkurse, um ihre Fähigkeiten zu erweitern. Das sind einige der Ergebnisse der Untersuchung "Lifelong Learning: a citizen's view", die von der Generaldirektion für Bildung und Kultur der Europäischen Kommission mit Unterstützung vom Europäischen Zentrum für die Entwicklung der beruflichen Bildung, kurz CEDEFOP, durchgeführt wurde.

Um also die eingangs gestellte Frage zurück zu kommen. Die Devise lautet: Lernen von der Wiege bis zur Bahre!


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Links ins Internet:

  • EU Beschäftigungsstrategie
  • Europäischen Zentrum für die Entwicklung der beruflichen Bildung CEDEFOP
  • Untersuchung: "Lifelong Learning: a citizen's view"
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