In eigener Sache
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EUROPA AKTUELL
Was macht die EU gegen Infektionskrankheiten wie SARS?
SARS - die neuartige Atemwegserkrankung aus China - hat sie blitzartig in das Gedächtnis der breiten Öffentlichkeit gerufen: Infektionskrankheiten.
Übertragen durch Bakterien, Viren oder Parasiten stellen sie eine dauerhafte Bedrohung der Gesundheit dar. Dabei muss es sich nicht um lebensbedrohliche Infektionen handeln; Lebensmittel, die mit Salmonellen kontaminiert sind können großflächig zu Lebensmittelvergiftungen führen oder klassische Grippeviren verursachen eine sich schnell ausbreitende Epidemie. Bei allen Epidemien gilt, dass eine schnelle und europaweit koordinierte Reaktion der Gesundheitsbehörden notwendig ist, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Hier kommt nun das Europäische Frühwarn- und Reaktionssystem (EWRS) der EU-Kommission ins Spiel.
Ende 1999 von der EU gegründet, ist das Frühwarn- und Reaktionssystems (EWRS) Teil des europaweiten Netzwerks zur epidemiologischen Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten. Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich im wesentlichen ein Zusammenschluss aller nationalen Gesundheitsbehörden der EU. Sein Ziel ist es, durch regelmäßige Treffen nationaler Experten und einen kontinuierliche Austausch von Daten den Ausbruch sowie den Verlauf häufiger Infektionskrankheiten zu verfolgen. Eine weitere unkontrollierte und großflächige Verbreitung dieser Krankheiten soll durch ein gemeinsames Vorgehen verhindert werden. Dabei erfolgt die Umsetzung der gemeinsam getroffenen Maßnahmen durch die nationalen Gesundheitsbehörden. Formal basiert das EU-Netzwerk zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten auf zwei Säulen: Überwachung und Frühwarnung.
Für einige häufig in Europa auftretende Krankheiten (wie Tollwut, Masern, durch Salmonellen verursachte Lebensmittelvergiftungen, AIDS/HIV) existieren bereits Überwachungsnetze. Neben der Behandlung aktueller Fälle, werden in diesen Gremien auch Präventionsmaßnahmen und standardisierte Untersuchungsmethoden erarbeitet.
Frühwarn- und Reaktionssystem
Extrem selten auftretende oder bisher vollkommen unbekannte Krankheiten - wie SARS - werden durch die permanenten Überwachungsnetze natürlich nicht erfasst. Für diese Fälle wurde das Frühwarn- und Reaktionssystem EWRS geschaffen. Alle nationalen Gesundheitsbehörden sind verpflichtet den Ausbruch von Krankheiten, die sich über die Landesgrenzen hinweg ausbreiten könnten, dem EWRS zu melden. Die Kommunikation zwischen den beteiligten Länder erfolgt über ein Computersystem, das die nationalen Gesundheitsbehörden und die EU-Kommission miteinander verbindet. Gemeinsam erfolgt, nach Meldung einer Epidemie, die Risikobewertung und es werden Sofortmaßnahmen beschlossen, die eine weitere Ausbreitung verhindern sollen.
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