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DAS DSCHUNGELBUCH

  • Daniel Schilling

Das Übersetzungszentrum für die Einrichtungen der Europäischen Union (CdT)

Neben der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission nimmt sich das "Übersetzungszentrum für die Einrichtungen der Europäischen Union" vergleichsweise bescheiden aus. 1994 eingerichtet, erfüllen die 141 Mitarbeiter (2002), unter ihnen 67 Übersetzer, eine Querschnittaufgabe: Sie übersetzen Dokumente für alle EU-Einrichtungen, die keinen eigenen Dienst für diese Aufgabe haben oder deren Ressourcen überlastet sind. Abgesehen von der Kommission und dem Parlament sind das eigentlich alle anderen.

Sitz ist der Kirchberg in Luxemburg. Die gebräuchlichste Abkürzung für das Übersetzungszentrum leitet sich von seinem französischen Namen "Centre de Traduction des Organes de l'Union Européenne" ab: CdT.

Dienstleisterin der Agenturen

Auslöser für die Gründung des CdT war in den 90er Jahren die Entscheidung, neue Fachaufgaben der EU an dezentrale Agenturen in ganz Europa auszugliedern, wie etwa die Umweltagentur in Kopenhagen, EUROPOL in Den Haag oder die jüngst eingerichtete Agentur für Daten- und Netzwerksicherheit in Heraklion. So nennt die Verordnung (EG) Nr. 2965/94 vom 28. November 1994, mit der man das CdT ins Leben rief, auch die Agenturen als Zielgruppe. Andere EU-Institutionen werden nicht explizit genannt, dürfen die Dienste des CdT aber ebenfalls in Anspruch nehmen.

Der wichtigste "Kunde" des CdT ist allerdings bis jetzt das europäische Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Markenamt)in Alicante: Die Übersetzung von Gemeinschaftsmarken machte im Jahr 2002 zwei Drittel der Arbeit aus. Zweitgrößter Auftraggeber ist die Polizeibehörde EUROPOL.

Als Agentur verfügt das CdT über einen eigenen Haushalt und eine eigenständige Rechtspersönlichkeit. Es stellt den anderen Einrichtungen seine Dienste in Rechnung. Die bisher recht kleine Behörde dürfte zukünftig noch deutlich wachsen: Insbesonder die Erweiterungsrunde 2004 und die in den letzten Jahren stark gewachsenen Anzahl der EU-Agenturen sind dafür die Ursache.

Erstveröffentlichung am 26.11.2004