- Trixi Gumbel.
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DAS DSCHUNGELBUCH

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit
Die EASA (vom englischen 'European Aviation Safety Agency') ist sozusagen der TÜV für die europäische Zivilluftfahrt. Die Behörde existiert seit September 2003, ihr Sitz befindet sich in Köln. Sie hat die Aufgabe sich für die höchsten Standards in der zivilen Flugsicherheit - Militärflugzeuge also ausgenommen - und für Umweltverträglichkeit im Flugverkehr einzusetzen.
Auch wenn dies oft mit dem Begriff "Flugsicherheit" verknüpft wird, kümmert sich die EASA nicht um das Management des Flugverkehrs und auch nicht um Flughafensicherheit oder die Terrorismusbekämpfung rund um Flugzeuge. Sie hat keine Befugnis für die Ausstellung von Zulassungen für Piloten bzw. die jeweilige Flugcrew.

Die EASA kümmert sich um die Flugzeuge und das Personal für deren Instandhaltung, nicht aber um das Geschehen im Luftraum. Die Vorschriften der Agentur gelten für die 25 EU-Mitgliedstaaten sowie für Island und Norwegen.
Die Aufgaben der Agentur
2002 wurde eine Verordnung zur Flugsicherheit und Umweltverträglichkeit verabschiedet, die auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit begründete. Es sollten Standards für die Flugtüchtigkeit verschiedenster Flugzeugtypen gesetzt werden, sowie einheitliche Regelungen für Organisationen und das Personal, das für die Flugzeugherstellung und Instandhaltung zuständig ist.
Die drei Hauptaufgabengebiete der EASA sind:
- Die EU-Kommission bei der Ausarbeitung der Gesetzgebung beraten sowie dann die Mitgliedstaaten und die Industrie bei der Umsetzung dieser Gesetzgebung anleiten.
So überprüft die Agentur sowohl die nationalen Projekte als auch die zuständigen Autoritäten in allen EU-Mitgliedstaaten und bietet technisches Training für das Personal der Flugzeuginstandhaltung und Reparatur an, damit diese alle die gleichen Qualifikationen besitzen. - Die Agentur hat aber auch zur Aufgabe, eigene Richtlinien zu erarbeiten, Zulassungen für Flugzeuge auszustellen und technische Untersuchungen durchzuführen. Z.B. müssen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit Höchstgrenzen der Verschmutzung und der Lärmbelästigung eingehalten werden.
- Die EASA unterstützt zudem die Europäische Kommission bei der Kontrolle, ob die EU-Gesetzgebung in der zivilen Luftfahrt korrekt angewendet wird.
Detailliertere Informationen zu den Aufgabengebieten der Agentur befinden sich in der EASA-Broschüre: Safer Skies for European Citizens.
Die Struktur der Agentur
Die EASA wird geleitet von einem Exekutivdirektor, der für alle Fragen der zivilen Luftfahrt und deren Umweltverträglichkeit zuständig ist; derzeit ist dies der Franzose Patrick Goudou. Er ist sowohl dem Europäischen Parlament als auch der Europäischen Kommission gegenüber verantwortlich.
Die Arbeitsschwerpunkte der Agentur werden von einem Verwaltungsrat festgelegt, der zudem das Budget aufstellt und den Arbeitsablauf der Agentur kontrolliert. Ihm gehören sowohl Vertreter aller EU-Mitgliedstaaten als auch der Kommission an.
Zur Zeit arbeiten rund 200 Mitarbeiter bei EASA, bis Ende 2006 sollen es 300 sein.
Die Agentur arbeitet eng zusammen mit:
- Der Luftfahrtindustrie innerhalb und außerhalb von Europa (Airbus, Boeing, Lufthansa)
- Internationalen Flugorganisationen wie den "Joint Aviation Authorities", "Eurocontrol" und der "International Civil Aviation Organisation"
- Organisationen der Flugbranche wie der "Federal Aviation Administration", "Transport Canada", "DAC/CTA" (Brasilien) und dem "Interstate Aviation Committee" (Russland)
- Experten im Bereich der Unfallforschung.
Die Finanzierung
Ein Teil des Agenturbudgets wird aus dem EU-Haushalt gespeist, den anderen Teil der Finanzierung decken die durch die Luftfahrtindustrie zu entrichtenden Gebühren. Die EASA unterliegt der Finanzkontrolle des Europäischen Rechnungshofs. Das Budget für 2005 betrug 39.981.000 Euro.
Warum die EASA wichtig ist
Vor 2003 waren die Mitgliedstaaten verantwortlich für die Regelung der zivilen Luftsicherheit. Dieses System führte zu unterschiedlichen Interpretationen von harmonisierten Standards - es war ineffizient. Nur durch eine zentrale Struktur und technisches Know-how der prüfenden Institutionen kann auch eine schnelle, einheitliche Umsetzung von Regeln und damit eine gesamteuropäische Sicherheit erreicht werden.
Flugzeuge werden auf dem globalen Markt verkauft. Deswegen hilft die Agentur der EU-Kommission bei der Aushandlung von bilateralen Vereinbarungen, damit die Standards auch reziprok von anderen Staaten angenommen werden und der Marktzugang für die Europäische Flugzeugindustrie erleichtert wird.
Außer für die 25 EU-Mitgliedstaaten sollen die durch EASA festgelegten Standards auch für weitere Staaten gelten. So wie dies seit 2005 schon für Norwegen und Island der Fall ist.
Erstveröffentlichung am 5.12.2005
Service zum Artikel
Links ins Internet
- EASA im Internet .
- EASA-Broschüre: Safer Skies for European Citizens.
- DIE EASA in der tagesschau (zum Thema "Schwarze Liste der Risikoflieger").
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