In eigener Sache

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Impressum

DAS DSCHUNGELBUCH

  • Roland Winterstein
 

Die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF)

Die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF) arbeitet vor allem im Auftrag der Europäischen Kommission und ist eine Einrichtung, die auf Berufs- und Ausbildungsreform spezialisiert ist. Generell verfolgt sie das Ziel, die Restrukturierung und inhaltliche Modernisierung der beruflichen Bildung zu fördern. 1995 nahm sie in Turin ihre Tätigkeit auf. Durch den über mehrere Jahre hinweg aufgebauten eigenen Sachverstand und den Aufbau eines leistungsfähigen Netzwerkes internationaler Berufsbildungsinstitutionen und -spezialisten, ist die ETF zu einem international gefragten Kompetenzzentrum geworden.

Die Aktivitäten erstrecken sich über vier große Gruppen auf drei Kontinenten: Die Partnerländer im Mittelmeerraum, Südosteuropa, Osteuropa und Zentralasien sowie die neuen EU-Länder und Kandidatenländer.

  • Folgende Tätigkeiten führen sie dort aus:
  • den Fortschritt einschätzen und die künftigen Prioritäten zur Reform der Berufsbildung und Fortbildung und ihre Verbindungen mit der sozioökonomischen Entwicklung festlegen,
  • auf Ersuchen der Europäischen Kommission Projekte entwerfen, überwachen und bewerten,
  • Entscheidungsträger und Praktiker in Partnerländern befähigen, ihre Berufsbildungs- und Fortbildungssysteme zu modernisieren,
  • den Dialog zwischen Akteuren durch die Entwicklung internationaler, nationaler und lokaler Netzwerke zu erleichtern,
  • aktiv zur internationalen Reformdebatte in Transformationsländern beitragen; dabei stützt sich das ETF auf die Erfahrung in der Europäischen Union, innovative Reformansätze in Partnerländer zu lenken

Die ETF entwickelt und unterstützt unter anderem folgende Programme der EU

Tempus ist das Hochschulkooperationsprogramm der EU und beruht auf dem Verständnis, dass Hochschuleinrichtungen für den sozialen und wirtschaftlichen Übergangsprozess sowie für die kulturelle Entwicklung von besonderer Bedeutung sind; außerdem bilden sie Zentren des Wissens und der Humanressourcen und sorgen für die Ausbildung neuer Führungsgenerationen.

Im Rahmen von MEDA, dem wichtigsten Finanzinstrument der EU für die Umsetzung der Partnerschaft Europa-Mittelmeer, wird in diesem Jahr das Projekt "Ausbildung für Arbeit" gestartet.

Die Gemeinschaftspolitik für Osteuropa und Zentralasien ist in den Kooperationsabkommen und im Tacis-Programm festgehalten und hat ihre Schwerpunkte in der Unterstützung der institutionellen und administrativen Reform der Partnerländer, der Bewältigung der sozialen Folgen des Überganges, einschließlich Maßnahmen zur Armutslinderung. Die allgemeine Bildung und Berufsbildung gilt als Kernkomponente innerhalb der Schwerpunkte. Dem ETF stehen für dieses Jahr 17.4 Mio. Euro zur Verfügung.

Vorstand und Partner

Wie in allen anderen Agenturen auch wird die Leitung der ETF von einem Vorstand wahrgenommen, der sich aus je einem Vertreter jedes Mitgliedstaates und Vertretern der Kommission zusammensetzt. Direktor ist zur Zeit Dr. Muriel Dunbar. Der Vorstand tritt zweimal jährlich und für gewöhnlich in Turin zusammen. Im Zuständigkeitsbereich des Vorstands liegen die Annahme des Entwurfs des jährlichen Arbeitsprogramms der Stiftung sowie die Annahme des Haushaltsplans, welcher im Rahmen des Gesamthaushaltsplans der Europäischen Union der Zustimmung des Europäischen Parlaments bedarf.

Unterstützung seiner Arbeit erhält das ETF vom Beratungsgremium und seinen Partnerorganisationen. Das Beratungsgremium ist ein Forum von über 250 Berufsbildungsspezialisten, die die Mitgliedstaaten, die Partnerländer und -gebiete, die Sozialpartner und andere internationale Organisationen vertreten. Neben seiner Hauptaufgabe, der Beratung zur Vorbereitung des Jahresarbeitsprogramms der ETF, dient das Gremium auch als ein Austauchnetzwerk, das die Kommunikation bewährter Praktiken der Berufsbildung und der Reformen unter und mit den Übergangsländern ermöglicht.

Zu den Partnerorganisationen gehören das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP), dem Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa (Eurydice), das Statistische Amt der EU (Eurostat), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die OECD, die UNESCO und die Weltbank.

Erstveröffentlichung am 5.11.2004