In eigener Sache
Sehr geehrte Leser und Leserinnen
Zehn Jahre haben wir versucht, für Sie einen Pfad durch den EU-Dschungel zu schlagen. Jetzt ist er uns über den Kopf gewachsen und wir stellen das Magazin ein.
Einen Teil unseres Archivs erreichen Sie über den Button "Weiter", die Homepage des Trägervereins europa einfach e. V. über den zweiten Button.
Einen Teil unseres Archivs finden Sie noch online.
Wir hoffen, Sie behalten ihr Interesse an EU-Themen.
DAS DSCHUNGELBUCH
- Roland Winterstein.
Die Europäische Umweltagentur (EUA)
Um besser über die europäische und nationale Umweltpolitik informiert zu sein, aber auch um die Arbeit besser zu koordinieren und Doppelungen von Tätigkeiten zu vermeiden, gründete man 1990 die Europäische Umweltagentur. Mit einem Stab von sechs Mitarbeitern nahm die sie 1994 in Kopenhagen ihre Tätigkeit auf. Sie ist seitdem für ihre Mitglieder und die breite Öffentlichkeit eine der Hauptinformationsquellen, die sich mit der Gestaltung, Annahme, Umsetzung und Bewertung von Umweltpolitik befasst.
Der Haushalt der EUA beträgt 2004 31 Mio. Euro und die Agentur beschäftigt jetzt 111 Mitarbeiter. Zur Zeit hat die Agentur 31 Mitgliedstaaten: Die 25 EU-Länder, sowie Bulgarien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Rumänien und die Türkei.
Hauptziele der Agentur sind die Unterstützung der EU und ihrer Mitglieder in der Verbesserung der Umwelt, die Einbeziehung von Umweltbelangen in die Wirtschaftspolitik und die Umsetzung einer dauerhaften umweltgerechten Entwicklung ("sustainable development"). Zu diesem Zweck bringt die Umweltagentur jedes Jahr vier Arten von Berichten heraus, wobei die "Umweltsignale" ihr Hauptmarkenzeichen ist.
Eionet - ein starkes Netzwerk
Bei ihrer Arbeit greift die EUA auf Informationen von europäischen und internationalen Organisationen zurück. Einer der wichtigsten Informationsquellen ist das Europäische Umweltinformations- und Umweltbeobachtungsnetz (Eionet), ein Netzwerk aus über 300 Umwelteinrichtungen. Die EUA ist für die Betreuung des Netzes und Koordinierung der Aktivitäten zuständig. Zu diesem Zweck arbeitet die EUA eng mit nationalen Anlaufstellen zusammen, bei denen es sich in der Regel um Umweltbehörden und Umweltministerien handelt. Diese tragen wiederum die Verantwortung für die nationalen Netzwerke. Die Hauptaufgabe der nationalen Anlaufstellen sind die Unterstützung bei der Ermittlung von Informationsbedarf, die Erfassung und Kanalisierung von Daten und Informationen, die aus der Überwachungstätigkeit und sonstigen Aktivitäten in den Mitgliedstaaten der EUA gewonnen werden, die Unterstützung der EUA bei Analyse und Nutzung der Informationen sowie bei der Übermittlung der Informationen der EUA an die Endkunden in den Mitgliedstaaten.
- Zur besseren Verwaltung und Analyse von Daten hat das EUA fünf Europäische Themenzentren für folgende Bereiche eingerichtet:
- Wasser
- Luft und Klimawandel
- Naturschutz und Artenvielfalt
- Abfall und Materialströme
- terrestrische Umwelt
Neben den nationalen Anlaufstellen nutzt die EUA auch die Informationen internationaler Organisationen: Das Statistische Amt (Eurostat), die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS), die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), das Umweltprogramm der Vereinten Union (UNEP), die Welternährungsorganisation (FAO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Doch sie nutzt nicht nur die Informationen, sondern arbeitet mit den Organisationen zusammen, um Informationen für die Kunden zusammenzustellen.
Die Kunden des EUA sind nicht nur die zentralen Gestalter der europäischen Politik, Kommission, Parlament, Rat, Mitgliedstaaten, sondern auch der Wirtschafts- und Sozialausschuss, der Ausschuss der Regionen, sowie Nicht-Regierungsorganisationen.
Aufbau der Agentur
Die Direktorin Jacqueline McGlade leitet die Agentur und ist dem Verwaltungsrat gegenüber für die Durchführung der Programme und dem Tagesgeschäft der EUA verantwortlich. Der Verwaltungsrat besteht aus jeweils einem Vertreter der Mitgliedsstaaten, zwei Vertretern der Kommission und zwei wissenschaftlichen Persönlichkeiten, die das Europäische Parlament benennt. Aufgabe des Verwaltungsrats ist die Verabschiedung der Mehrjahrsprogramme, der jährlichen Arbeitsprogramme und des Jahresberichts, sowie die Ernennung des Exekutivdirektors und des wissenschaftlichen Beirats. Der wissenschaftliche Beirat wiederum berät die Exekutivdirektorin und den Verwaltungsrat.
Erstveröffentlichung am 8.10.2004
Service zum Artikel
Links ins Internet
Sprung zum Artikelanfang.

Impressum