- Trixi Gumbel.
In eigener Sache
Sehr geehrte Leser und Leserinnen
Zehn Jahre haben wir versucht, für Sie einen Pfad durch den EU-Dschungel zu schlagen. Jetzt ist er uns über den Kopf gewachsen und wir stellen das Magazin ein.
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DAS DSCHUNGELBUCH

Die Europäische Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen
Eurofound ist die Europäische Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen.Die Stiftung wurde am 26. Mai 1975 vom Europäischen Rat ins Leben gerufen und hat ihren Sitz in Dublin/Irland. Eurofound erforscht, wie die Lebens- und Arbeitsqualität in EUropa verbessert und der industrielle Wandel gestaltet werden kann. Dass sich ein EU-Hilfsorgan die Rechtsform einer Stiftung gibt, ist ungewöhnlich aber ergibt sich daraus, dass neben der EU-Kommission auch die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände der Mitgliedsländer in ihr System aktiv eingebunden sind.
Die Struktur der Stiftung
Die insgesamt knapp 100 Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten EU-Mitgliedstaaten arbeiten in Forschungsteams in der Zentrale und europaweit. Daneben ist die Informations- und Kommunikationsabteilung von zentraler Bedeutung.
Geleitet wird die Stiftung von einem vielköpfigen "Governing Board", einer Art Verwaltungsrat, der sich zweimal im Jahr trifft; in ihm sitzen Vertreter der EU-Regierungen, der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus jedem Mitgliedstaat sowie drei Repräsentanten der Europäischen Kommission. Das Tagesgeschäft wird vom Direktor der Stiftung geleitet. Derzeit ist dies der Deutsche Willy Buschak.
Neben dem Hauptsitz der Stiftung in Dublin und einigen nationalen Vertretungen (National Liaison Centres, NLCs) gibt es ein Verbindungsbüro in Brüssel. Dessen Aufgabe ist es, die Aufmerksamkeit und den Einfluss der Eurofound-Forschung auf EU-Ebene zu erhöhen sowie Entwicklungen der europäischen Gesetzgebung vor Ort zu beobachten.
Eurofound ist eine autonome Agentur der EU, dennoch hat sie enge Verbindungen zu den drei Schlüsselakteuren der EU-Sozialpolitik:
- EU-Institutionen:
Die EU-Kommission ist durch seine Repräsentanz im Verwaltungsrat und somit bei der Annahme der "Arbeitsprogramme" entscheidend an den Vorhaben der Stiftung beteiligt. Das Stiftungsbudget wird im Rahmen des generellen EU-Budgets beschlossen. - Nationale Regierungen:
Jeder EU-Mitgliedstaat entsendet einen Regierungsvertreter an den Verwaltungsrat, in der Regel handelt es sich hierbei um einen Vertreter aus dem Sozial- bzw. Beschäftigungsbereich. Regierungen sind als Akteure besonders wichtig, weil sie als Gesetzgeber eine Führungsrolle bei der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von EU-Bürgern spielen. - Zivilgesellschaft: Arbeitgeber und Gewerkschaften:
Sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerverbände jedes EU-Mitgliedstaates haben einen Vertreter im Verwaltungsrat der Stiftung. Sie wurden von den nationalen Zusammenschlüssen vertreten, die auch auf europäischer Ebene durch ETUC und UNICE organisiert sind.
Die Arbeit der Stiftung
Die Experten der Stiftung bewerten europaweit die aktuelle nationale Situation, führen Fallstudien und Umfragen durch und erstellen daraus vergleichende Analysen. Mit ihren Ergebnissen berät Eurofound die o.a. Zielgruppen.
Einige Studien werden regelmäßig europaweit unternommen:
- Europäische Studie zu den Arbeitsbedingungen (alle 5 Jahre seit 1990).
- Europäische Studie zur Lebensqualität (umfasst seit 2003 die 25 Mitgliedstaaten und die 3 Beitrittskandidaten).
- Die Europäische Studie zur Arbeitszeit und Ausgeglichenheit am Arbeitsplatz (aktuelle Umfrage in den 15 ehemaligen und in 6 neueren Mitgliedstaaten).
- Weitere Beobachtungsinstrumente der Stiftung sind der "European Industrial Relations Observatory", der "European Monitoring Centre on Change" und der "European Restructuring Monitor".
Die entsprechenden Datensätze und Resultate stehen bei den Publikationen der Website in den meisten Fällen kostenlos zur Verfügung.
Dass die Studien und Erkenntnisse der Stiftung bei der aktuell prekären Arbeitsmarktlage und dementsprechenden Stimmung in den Mitgliedstaaten von Bedeutung sind, lässt sich etwa an der Pressemitteilung vom 29. August 2005 ablesen, in der es heißt:
"Die Anzahl der neu entstandenen Jobs durch Umstrukturierungsmaßnahmen in Europa ist fast genauso hoch wie die Anzahl der Arbeitsplätze, die im zweiten Quartal 2005 verloren gegangen sind", so das kürzliche "European Restructuring Monitor Quarterly" der Stiftung.
Das Vier-Jahres-Programm 2005-2008 "Europa verändern: bessere Arbeit, besseres Leben" wird seit Januar 2005 umgesetzt. Das Ziel des Programms ist, die Chancen und Risiken zu bewerten, die das Europa der 25 nach der historischen Erweiterung im Mai 2004 mit der entsprechenden Umstrukturierung der Arbeitsmärkte mit sich bringt. Die Wissenschaftler der Stiftung beschäftigen sich mit vielfältigen Themen des Arbeitsmarktes. Sie reichen von Fragen des Sozialschutzes und der Partizipationsmöglichkeiten über Beschäftigungsstatus und Gesundheitsrisiken bis hin zu Fragen der Geschlechterdiskriminierung und der Überalterung der Bevölkerung.
Die Finanzierung der Stiftung
Die Eurofound-Mittel werden aus dem regulären EU-Kommissionsbudget gespeist, d.h. wieviel Geld jährlich zur Verfügung steht, wird durch den offiziellen Budgetprozess zwischen Kommission, Ministerrat und dem Europäischen Parlament bestimmt. Das Budget für das Jahr 2005 betrug 18,6 Mio. Euro.
Erstveröffentlichung am 19.9.2005
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