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Impressum

DAS DSCHUNGELBUCH

  • Oliver Schwarz
  • Georg Pfeiffer
 

Die Chronologie der Gemeinsamen Agrarpolitik

1958: Die Grundsätze der GAP werden bei der Konferenz von Stresa festgelegt. Sicco Mansholt wird der erste Agrarkommissar (1958-72).

1960: Verabschiedung der GAP-Mechanismen durch die sechs Unterzeichnerstaaten des EWG-Vertrags.

1962: Am 14. Januar einigt sich der Ministerrat auf erste gemeinsame Marktordnungen. Die GAP tritt in Kraft und der EAGFL zur Finanzierung der GAP wird geschaffen.

1964: Auf Grundlage der gemeinsamen Marktordnungen werden gemeinsame Preise beschlossen, die ab 1. Juli 1967 erstmals angewandt wurden.

1968: Memorandum zur Reform der GAP: im sog. Mansholt-Plan wird beschlossen, die finanzielle Förderung auf entwicklungsfähige Betriebe zu beschränken und die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten mittelfristig etwa auf die Hälfte zu vermindern.

1972: Verabschiedung der Strukturrichtlinien: der Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft soll durch verschiedene Richtlinien beschleunigt werden (z.B. Richtlinie zur Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe).

1972: Carlo Scarscia-Mugnozza wird Agrarkommissar (bis 1973).

1973: Beitritt Großbitanniens, Irlands und Dänemarks. Die Beitrittländer müssen bei der Gewährung langer Übergangszeiten alle Vorschriften, welche die Landwirtschaft und die Agrarmärkte betreffen, übernehmen.

1973: Josephus Petrus Lardinois wird Agrarkommissar (bis 1976).

1975: Erster Beihilfeplan für die benachteiligten Gebiete und Berggebiete: die Landwirtschaft unter ungünstigen Standortbedingungen soll aufrechterhalten und die Abwanderung reduziert werden. Dazu wird eine sog. Ausgleichszulage je Hektar bzw. je Großvieheinheit gewährt.

1977: Finn Olaf Gundelach wird Agrarkommissar (bis 1980).

1981: Beitritt Griechenlands.

1981: Poul Dalsager wird Agrarkommissar (bis 1984).

1984: Einführung der Milchquotenregelung. Die Leitlinien einer Haushaltspolitik für den Bereich Landwirtschaft werden festgelegt.

1985: Verordnung zur Verbesserung der Effizienz der Agrarstruktur: die Beschränkungen zur Investitionsförderung entwicklungsfähiger Betriebe werden gelockert und eine spezielle Förderung für Junglandwirte wird eingeführt.

1985: Frans Andriessen wird Agrarkommissar (bis 1988).

1986: Beitritt Spaniens und Portugals.

1988: Brüsseler Sondergipfel: Ein Höchstmaß für Agrarausgaben und Garantiemengen für Getreide und Ölsaaten wird festgelegt; freiwillige Flächenstillegungs-, Extensivierungs- und Vorruhestandsprogrammen für Landwirte werden angeboten.

1989: Ray MacSharry wird Agrarkommissar (bis 1992).

1992: Reform der GAP unter der Federführung von Kommissar Ray MacSharry: Senkung der Interventionspreise durch direkte Einkommensbeihilfen.

1993: René Steichen wird Agrarkommissar (bis 1994).

1994: Unterzeichnung der GATT-Übereinkommen in Marrakesch zwischen den USA und der EU.

1995: Beitritt Finnlands, Schwedens und Österreichs.

1995: Franz Fischler wird Agrarkommissar.

1997: Veröffentlichung des Arbeitspapiers der Kommission zur Agenda 2000

1999: Die EU-Kommission tritt während der Schlussverhandlungen zur Agenda 2000 wegen Korruptionsvorwürfen gegen eines ihrer Mitglieder geschlossen zurück. In der neuen Kommissionsrunde ist Franz Fischler wieder vertreten. Endgültiger Beschluss der Staats- und Regierungschefs zur Agenda 2000.

2000: Mit 41,7 Milliarden Euro ist die Gemeinsame Agrarpolitik auch im Jahr 2000 wieder der mit Abstand teuerste Posten der Ausgabenseite des europäischen Haushalts (Gesamtetat: 93,7 Mrd. Euro).

2001: BSE, Schweinepest und die Maul- und Klauenseuche erschüttern den Gemeinsamen Agrarmarkt und führen zu Exportstopps in den betroffenen Ländern. In Doha (Katar) beginnt die Welthandelsrunde der WTO, die unter anderem zu einem Abbau von Handelshürden im Agrarbereich führen soll.

2002: Die Erweiterungs-Verhandlungen im Bereich Landwirtschaft laufen auf vollen Touren, doch die Positionen der EU-Länder, der Kommission und der Beitrittsländer liegen noch weit auseinander. Im Dezember werden auf dem Gipfel von Kopenhagen die Beitrittsbedingungen zum Thema Landwirtschaft vereinbart.

2003: Auf Grundlage der Legislativvorschläge von Franz Fischler beschließt die Kommission im Juni 2003 die "GAP-Reform - Langfristige Perspektiven für eine nachhaltige Landwirtschaft". Dieser Kompromissvorschlag wurde erst möglich, nachdem der Ministerrat Frankreich Zugeständnisse bei den Garantiepreisen für Getreide machte. Kernpunkt der Reform ist die Entkoppelung der Beihilfen von den Produktionsmengen der landwirtschaftlichen Betriebe.

2004: Beitritt der zehn neuen Mitglieder.

2004: Mariann Fischer Boel wird Agrarkommissarin.

2005: In Genf werden im Dezember Ziele für die immer noch laufenden WTO-Verhandlungen vereinbart: Die EU soll ihre Zuschüsse für Agrarexporte bis 2013 einstellen.

2006: Parlament, Rats und Kommission einigen sich auf einen Haushaltsplan für die Jahre 2007-2013. Größte Ausgabenposten bleiben die GAP (43,1%) und die Strukturpolitik (35,7%). Eine "Revisionsklausel" sieht jedoch vor bis 2008/2009 eine Bestandsaufnahme für alle Einnahmen und Ausgaben einschließlich der GAP vorzulegen.

Erstveröffentlichung am 20.3.2006
aktualisiert am 15.5.2006