In eigener Sache

Sehr geehrte Leser und Leserinnen

Zehn Jahre haben wir versucht, für Sie einen Pfad durch den EU-Dschungel zu schlagen. Jetzt ist er uns über den Kopf gewachsen und wir stellen das Magazin ein.

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Impressum

DAS DSCHUNGELBUCH

  • Ina Klein

Die Instrumente der EU-Bildungspolitik

Die Europäische Union kann keine gemeinsame Politik im Bildungsbereich entwickeln und umsetzen. Es stehen ihr allerdings Mittel zur Verfügung um die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu fördern. Es gibt einige Instrument, mit deren Hilfe die EU in Sachen Bildung mitmischen kann.

Finanzen

Der Europäische Sozialfonds (ESF) unterstützt Maßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, zur Entwicklung der Humanressourcen und der sozialen Integration in den Arbeitsmarkt. Er soll ein ein hohes Beschäftigungsniveau, die Gleichstellung von Männern und Frauen, eine nachhaltige Entwicklung sowie den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt fördern. Insbesondere trägt er zu den Aktionen bei, die zur Verwirklichung der europäischen Beschäftigungsstrategie und der beschäftigungspolitischen Leitlinien durchgeführt werden. Die Vergabe von Mitteln ist an von der EU festgelegte Kriterien geknüpft, die auf diesem Wege bildungspolitische Vorstellungen umsetzen kann.

Programme

Da wären zunächst die gemeinschaftlichen Aktionsprogramme, für die auf europäischer Ebene eine Mitentscheidung von Rat und Parlament gilt. Derzeit laufende Bildungsprogramme (2000-2006) sind:

  • SOKRATES - Aktionsprogramm zur Förderung der allgemeinen Bildung
  • LEONARDO DA VINCI - Aktionsprogramm zur Förderung der beruflichen Bildung
  • JUGEND - Programm zur Förderung der Zusammenarbeit im Jugendbereich

Rechtsakte

Zum anderen gibt es Rechtsakte der Gemeinschaft, die die politische Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fördern wie Empfehlungen, Mitteilungen , Arbeitspapiere oder Pilotprojekte.

Organe

Die Kommission fördert eine aktive Informationsbeschaffung, -aufbereitung und -verteilung was bildungspolitische Fragen angeht. Das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) wurde Mitte der 70er-Jahre auf Vorschlag der Kommission gegründet. Man ging damals davon aus, dies sei das angemessene Mittel für eine erfolgreiche Verwirklichung einer Berufsbildungspolitik auf Gemeinschaftsebene. Das Cedefop führt Forschungsarbeiten durch und stellt vergleichende Daten bereit, was gerade in Zeiten des Benchmarking und des voneinander Lernens nicht unwichtig ist.

Dem Informationsaustausch im Bildungswesen dient ebenfalls das Informationsnetz "EURYDICE". Das Eurydice-Netz wurde 1980 ebenfalls auf Initiative der Europäischen Kommission eingerichtet. Es setzt sich zusammen aus einer Europäischen Informationsstelle, die in Brüssel angesiedelt ist, und nationalen Informationsstellen, die von den Bildungsministerien in allen Staaten, die am gemeinschaftlichen Aktionsprogramm im Bildungsbereich (Sokrates) teilnehmen, eingerichtet werden.

Die Methode der offenen Koordinierung

Mit der Einigung der Bildungsminister darüber, sich mit Hilfe der Methode der Offenen Koordinierung im Bereich Bildung zu vergleichen, kann sich die Europäische Kommission daran beteiligen, quantitative Ziele zu entwickeln und einzuführen. Damit kann die Kommission allgemeine Ziele formulieren, also eine europäische Dimensionierung vorzunehmen, ohne den Weg zu bestimmen, sprich: sich in die jeweiligen nationalen Politiken einzumischen.

 Erstveröffentlichung am 1.8.2005