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DAS DSCHUNGELBUCH

  • Oliver Schwarz
 

Die gemeinsame Fischereipolitik der EU

Auch wenn sie bereits in den Gründungsverträgen der Gemeinschaft erwähnt wird, zählt die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) eher zu den "Youngstern" europäischer Politik. Denn erst in den 70er Jahren traten der damaligen Sechsergemeinschaft Staaten bei, in denen die Fischerei eine bedeutsame Rolle spielte. Schritt um Schritt mauserte sich somit Europas Fischereipolitik, die auch als "Blaues Europa" bezeichnet wird, zu einer "echten" Gemeinschaftspolitik.

Doch schon bald stand diese vor ihrer ersten Bewährungsprobe: Die EU-Fischereipolitik war zunehmend gekennzeichnet durch eine viel zu große Fangflotte bei stetig schwindenden Fischbeständen. Eine erste große Reform wurde notwendig, die im Jahr 1993 auch gelang und zumindest für die nächsten zehn halten sollte. Doch die grundlegenden Probleme blieben dieselben.

Viele Fischbestände wurden weiterhin zu stark befischt oder ihr Laichbestand sank auf bedenkliche Werte - oder sogar beides. Wenn diese Entwicklung nicht aufgehalten wird, könnten schon bald Grundfischarten wie der Kabeljau oder der Seehecht von unserer Speisekarte verschwunden sein. Um dieses Horrorszenario zu verhindern, haben die EU-Mitgliedstaaten 2003 eine tiefgreifendere Reform auf die Beine stellen. Und schon macht sich die Kommission Gedanken über eine EU-Meerespolitik der Zukunft.

Erstveröffentlichung am 21.5.2002
aktualisiert am 31.7.2006