DAS DSCHUNGELBUCH

  • Marion Steinberger
 

Die Forschungspolitik der EU

Forschung und technologische Entwicklung (FTE) sind für das Wettbewerbsfähigkeit eines Landes von großer Bedeutung - dies gilt um so mehr für die Europäische Union. Um auf dem Weltmarkt in der Topliga mitzuspielen, fördert die EU Forschungsprojekte, an denen sich mehrere europäische Länder beteiligen. Die Forschungsförderung stellt, nach der Landwirtschaft und den Strukturfonds, mit 17,5 Mrd. Euro das drittgrößte Budget der EU dar. Dies sind allerdings kaum mehr als 4 Prozent des gesamten EU-Budgets und nur 5,4 Prozent der gesamten öffentlichen zivilen Forschung in Europa.

Die Forschungs- und Technologiepolitik der EU hat zum Ziel, die Forschungsarbeit, die in den einzelnen Mitgliedsländern stattfindet, organisieren und die jeweiligen einzelstaatlichen Strategien koordinieren. So werden beispielsweise die Vernetzung von Forschungsteams und die Mobilität der Wissenschaftler gefördert. Durch den Austausch von technologischem Wissen und zukunftsweisenden Ideen soll die europäische Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Auf dem Europäischen Rat von Lissabon haben sich die Staats- und Regierungschefs der Gemeinschaft im März 2000 das Ziel gesetzt, Europa bis zum 2010 zum "dynamischsten und wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt" zu machen. Deshalb beschloss man einige Zeit später, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in diesem Zeitraum europaweit von bisher 1,9 Prozent auf 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern. Zum Vergleich: Deutschland gibt im Moment 2,5 Prozent seines BIP für Forschung aus und belegt damit, hinter Schweden und Finnland (3,8 bzw. 3,2 Prozent) den dritten EU-Platz.

Erstveröffentlichung am 17.11.2003

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