In eigener Sache

Sehr geehrte Leser und Leserinnen

Zehn Jahre haben wir versucht, für Sie einen Pfad durch den EU-Dschungel zu schlagen. Jetzt ist er uns über den Kopf gewachsen und wir stellen das Magazin ein.

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Impressum

DAS DSCHUNGELBUCH

  • Sven Prange
 

Die Instrumente

Instrumente der Jugendpolitik betreffen sowohl den Bildungsbereich sowie die Bereiche der Mobilität und des Austausches von Jugendlichen, der Beschäftigung und der Berufsbildung und den Zugang zu Informationstechnologien.

Das Aktionsprogramm JUGEND

Seit 2000 fasst das Aktionsprogramm "Jugend" die bestehenden Maßnahmen der Jugendpolitik zusammen und ist daher deren bedeutendstes Instrument. Es richtet sich an Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren. Bei einer Laufzeit von sieben Jahren (2000 bis 2006) steht für Projekte, Aktionen und Maßnahmen ein Budget von 520 Mio. Euro zur Verfügung. Teilnahmeberechtigt sind auch alle Länder der EFTA, die assoziierten Länder Mittel- und Osteuropas, Zypern, Malta und die Türkei.

Die Ziele des Aktionsprogramms lauten:

  • den Jugendlichen den Erwerb von Schlüsselqualifikationen für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung ermöglichen
  • Förderung des aktiven Beitrags der Jugendlichen am europäischen Aufbauwerk durch deren Teilnahme an einem transnationalen Austausch
  • Unterstützung der aktiven Teilnahme Jugendlicher am öffentlichen Leben und der verantwortungsvollen Ausübung ihrer Rolle als mündige Bürger
  • Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit
  • Förderung der Zusammenarbeit im Bereich Jugend

JUGEND umfasst Maßnahmen in fünf Aktionsbereichen:

Jugendbegegnungen

Die EU fördert Projekte, die Jugendlichen Austausch und Begegnung ermöglichen. Die Jugendlichen sollen dabei aktiv und partnerschaftlich an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt werden.

Europäischer Freiwilligendienst

Der Europäische Freiwilligendienst ermöglicht die Teilnahme junger Freiwilliger an einem gemeinnützigen Projekt in anderen Staaten, bei dem die Jugendlichen Land, Sprache und Kultur kennen lernen. Die Projektorganisation vor Ort stellt neben Kost und Logis auch einen Sprachkurs sowie persönliche Unterstützung zur Verfügung. Die Tätigkeit ist auf maximal 12 Monate begrenzt und stellt keinen Ersatz für den Wehr- bzw. Zivildienst dar.

Jugendinitiativen

Innovative, kreative Projektideen von Jugendlichen werden auf zwei Arten gefördert. Zum einen werden - in der Tradition vergangener Förderprogramme - selbstorganisierte Aktivitäten einer Gruppe Jugendlicher unterstützt. Zum anderen fördert die EU auch so genannte Future Capital Projekte als Folgeaktivitäten von ehemaligen Teilnehmern des Europäischen Freiwilligendienstes, die Erfahrungen und Ideen aus ihrer dortigen Tätigkeit umsetzen wollen.

Gemeinsame Aktionen

Projekte mit den beiden EU-Programmen SOKRATES (allgemeine Bildung) und LEONARDO (berufliche Bildung) ergänzen die Jugendpolitik und bieten weitere Möglichkeiten zum Sammeln von Erfahrungen und Wissen. In gemeinsamen Aktionen werden zusätzlich Projekte an den Schnittstellen der drei Programme koordiniert und gefördert.

Unterstützende Maßnahmen

Zudem werden Projekte für Akteure der internationalen Jugendarbeit unterstützt, wie beispielsweise Trainingskurse, Kontaktseminare oder Projektvorbereitungen. Diese Projekte sollen die Aktivitäten der anderen Bereiche unterstützen und weiterentwickeln, beispielsweise, indem neue Zielgruppen angesprochen und in Projekte eingebunden werden.

Der Vorschlag der Europäischen Kommission will Jugendorganisationen, die europaweit tätig sind, durch Finanzhilfen unterstützen. Diese Betriebskostenzuschüsse werden in zwei Bereichen vergeben: Zum einen wird das Europäische Jugendforum gefördert, zum anderen internationale, nichtstaatliche Jugendorganisationen und europäische Netzwerke, die auf Jugendliche ausgerichtet sind.

Für den Zeitraum 2004 bis 2006 ist das Programm mit 11,52 Mio. Euro ausgestattet. Ab 2007 sollen seine Maßnahmen in das kommende Aktionsprogramm Jugend aufgenommen werden.

Das Europäische Jugendportal

Im Mai 2004 haben die Kommissarinnen Viviane Reding und Dalia Grybauskaite das Europäische Jugendportal im Internet eröffnet. Seitdem werden die Seiten der Internetpräsenz immer weiter ausgebaut, um Jugendlichen zielgruppenorientierte, verständliche Informationen zur EU zu vermitteln. Neben diesen Informationen zu Austausch-, Arbeits- und Studienmöglichkeiten werden die Besucher jedoch auch interaktiv mit in die Gestaltung des Portals eingebunden. Sie können das Europäische Jugendportal bewerten, über aktuelle Themen abstimmen und sich in einem Diskussionsforum(nach einfacher Registrierung) austauschen. Die Seiten sind allerdings zum Teil nicht in allen Sprachen verfügbar, manchmal auch nur in Englisch.

Erstveröffentlichung am 13.9.2004