In eigener Sache
Sehr geehrte Leser und Leserinnen
Zehn Jahre haben wir versucht, für Sie einen Pfad durch den EU-Dschungel zu schlagen. Jetzt ist er uns über den Kopf gewachsen und wir stellen das Magazin ein.
Einen Teil unseres Archivs erreichen Sie über den Button "Weiter", die Homepage des Trägervereins europa einfach e. V. über den zweiten Button.
Einen Teil unseres Archivs finden Sie noch online.
Wir hoffen, Sie behalten ihr Interesse an EU-Themen.
DAS DSCHUNGELBUCH
- Peer Teschendorf, Redaktion.
Die Akteure der europäischen Medienpolitik
Die Kommission
Die Kommission hat im Bereich der audiovisuellen Medien einen deutlichen Einfluss durch ihre Aufgabe, den Wettbewerb auf dem gemeinsamen europäischen Markt zu fördern. Entscheidend für den Medienbereich ist dabei die alleinige Kompetenz der EU, Unternehmensfusionen und -kooperationen zu überprüfen. Besonders in den Medien gibt es eine starke Konzentration der Anbieter, was aufgrund der Rolle der Medien in modernen Demokratien von besonderer Brisanz ist. Ebenfalls fällt der Kommission die Kontrolle des gemeinsamen Medienmarktes zu.
Die grundlegenden Regelungen zum Medienmarkt werden unter der Leitung der Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, und der gleichnamigen Generaldirektion erarbeitet. Darüber hinaus hat auch die Generaldirektion "Wettbewerb" Einfluss, besonders im Bereich der Fusionen und der staatlichen Beihilfen. (Zum Wettbewerb genauer bei Wettbewerbspolitik.)
Viviane Reding ist auch für die kulturellen Aspekte der Medienpolitik verantwortlich. Hierbei hat die Kommission jedoch nur Vorschlagsrecht gegenüber dem Rat und dem Europäischen Parlament. Zusätzlich kann die Kommission keine Richtlinien die Kultur betreffend verabschieden, sondern muss sich auf reine Fördermaßnahmen beschränken.
Der Ministerrat
Der Ministerrat entscheidet über die Vorschläge der Kommission bezüglich neuer Förderprogramme oder Richtlinien. Auch hier zeigen sich die zwei Seiten der Medienpolitik: während der Rat Richtlinien bezüglich des gemeinsamen Medienmarktes mit qualifizierter Mehrheit beschließen kann, muss er Entscheidung über kulturelle Aspekte einstimmig treffen. Darin zeigt sich die Sensibilität, die das Thema Kultur auf der europäischen Ebene weiterhin besitzt.
Das Europäische Parlament
Im Bereich der Regulierung des Medienmarktes kann das Parlament mitentscheiden und so auch Änderungen einbringen, jedoch nicht selbst initiativ tätig werden. Im Bereich der kulturellen Förderungen ist eine Einflussnahme nur bedingt möglich, etwa durch die Entscheidung über den EU-Haushalt und durch eigene Untersuchungen. Letzteres kann sinnvoll sein, wenn eine Problematik bisher unberücksichtigt blieb, wie es auch im Falle der Regulierung des Medienmarktes war. Eine Untersuchungskommission des EP löste mit seinen Ergebnissen eine Diskussion aus, die zur ersten Richtlinie in diesem Gebiet führte.
Der Europarat
Der Europarat beschäftigt sich ebenfalls mit den audiovisuellen Medien im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit. Da dieser Rat jedoch keine Gesetzgebungskompetenzen wie die EU hat, beschränkt er sich auf die Förderung europäischer Filmproduktionen durch das Eurimages Programm. Es besteht bereits seit 1988 und verfolgt dabei ähnliche Ziele wie das MEDIA Plus Programm der EU.
Erstveröffentlichung am 2.8.2004
aktualisiert am 24.4.2006
Service zum Artikel
Links innerhalb europa-digital
Links ins Internet
- Die Kommissarin für die Informationsgesellschaft und Medien: Viviane Reding
- Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien
- Ausschuss für Kulturpolitik im EP
- Europarat - Kulturelle Angelegenheiten
- Europarat - Audiovisuelle Informationsstelle
Das Dschungelbuch
EU-Politikfelder
- Agrarpolitik.
- Beschäftigung.
- Bildungspolitik.
- Binnenmarkt.
- Energiepolitik.
- Entwicklungspolitik.
- ESVP.
- Fischereipolitik.
- Forschungspolitik.
- GASP.
- Gesundheitspolitik.
- Handelspolitik.
- IT/Infogesellschaft.
- Jugendpolitik.
- Justiz & Innen.
- Kulturpolitik.
- Lebensmittelsicherheit.
- Medienpolitik.
- Menschenrechtspolitik.
- Regionalpolitik.
- Sozialpolitik.
- Umweltpolitik.
- Verbraucherpolitik.
- Verkehrspolitik.
- Wettbewerb.
- Wirtschaft&Währung.
Sprung zum Artikelanfang.

Impressum