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EU SERVICE

  • Agnes Breitkopf
 

Kurzfristig wohnen in Brüssel

Ein Zimmer für ein paar Wochen bis Monate zur Miete

Den Praktikumsvertrag in der Tasche, den Reiseführer besorgt - fehlt nur noch eine Unterkunft in der Europa-Hauptstadt: Davon gibt es in Brüssel reichlich. Allerdings bedarf es oftmals guter Planung und Ausdauer, eine einigermaßen komfortable Bleibe zu finden. Um bei der Suche nach einem Zimmer nicht übers Ohr gehauen zu werden und den Markt der Möglichkeiten besser einschätzen zu können, gibt es hier Tipps und Hinweise.

Preise

Generell muss man sagen, dass die Zimmermieten in Brüssel ziemlich hoch sind bzw. das Preis-Leistungsverhältnis nicht mit dem in Deutschland verglichen werden kann. Ein Zimmer unter 300 Euro ist schwer zu kriegen - nach oben gibt es fast keine Grenzen. Einplanen sollte man Mietkosten zwischen 350 und 500 Euro für ein passables möbliertes Zimmer. Studios oder Appartments sind noch teurer. Man muss also tiefer in die Tasche greifen - oder eben mal für ein paar Wochen oder Monate seine Ansprüche herunterschrauben. Allerdings hängen die Mietkosten auch von der Lage der Wohnung ab. Auch für Brüssel gilt: Je weiter außerhalb, desto billiger.
Ein heißer Tipp: Ab etwa drei Monaten Mietzeit schrauben viele Vermieter ihre Preise runter. Es lohnt sich also in jedem Fall mal nachzufragen...

Wie lange im voraus buchen?

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Etwa drei bis vier Monate im voraus sollte mit der Suche begonnen werden, wenn man nicht alle paar Tage die Jugendherberge wechseln und mitsamt seiner Koffer in ein nächstes Bed&Breakfast ziehen möchte. Vor allem während der Semesterferien sind die meisten Unterkünfte schnell ausgebucht.

Wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte und genügend Zeit hat, sollte möglichst vorher ein, zwei Tage vor Ort suchen - "dafür" sind eine Jugendherberge oder ein B&B gute Ausgangsbasen.

Womit man rechnen muss

Ein möbliertes Zimmer bedeutet meistens die Grundausstattung - aber auch wirklich nicht mehr. Bett, Schrank, kleiner Tisch und Stuhl. Hinter der Beschreibung "Zimmer mit Kochgelegenheit" steckt oft nicht mehr als zwei kleine Herdplatten, evtl. eine Mikrowelle und ein Kühlschrank auf dem Flur. Oftmals werden ein Dachzimmer- oder Studio in einem Haus bzw. ein Zimmer in der Wohnung des Vermieters untervermietet. In der Regel ist das Wohnen allerdings wie in einer WG organisiert, d.h. man teilt sich mit mehreren Leuten eine extra Küche und Bad/WC. Das ist übrigens auch die beste Möglichkeit als "Neuling" in Brüssel Kontakte zu knüpfen. Der Vermieter wohnt meistens mit im Haus - oder in der Nähe.

Extras wie eine Waschmaschine sind selten. Allerdings gibt es in Brüssel in jedem Viertel mindestens einen Waschsalon. Was auch häufig vorkommt: Ein Telefon zum Angerufen werden, das man sich mit der WG teilt.
Außerdem sollte man vorher nachfragen, ob und welche Art von Bettzeug es gibt.

Worauf man unbedingt achten sollte

Da in Brüssel die Praktikantenflut nicht nachlässt, können sich Vermieter einiges erlauben. In der Regel läuft ein Mietverhältnis ganz normal ab, aber schwarze Schafe gibt es auch hier. Daher ist zu empfehlen, sich die Dauer des Mietverhältnisses und den Mietpreis schriftlich bestätigen zu lassen und vor allem schon vorher auszumachen, dass man seine Kaution ungekürzt zurück erhält, wenn man nichts kaputt gemacht hat.

Welcher Stadtteil?

Eigentlich ist das fast egal - mit nur rund einer Million Einwohner ist Brüssel nicht mit Berlin oder London zu vergleichen. Dementsprechend sind die Wege relativ kurz. Da die Verkehrsanbindungen sehr gut sind, erreichen auch notorische Spätaufsteher noch pünktlich ihre Arbeitsstelle. Insofern muss man z.B. nicht direkt neben dem Europäischen Parlament wohnen. Zu empfehlen ist von der Atmosphäre her gesehen sicherlich der Stadtteil Ixelles. Direkt um Nord- und Südbahnhof ist es nicht ganz so schön, und abends sollte man nicht alleine planlos durch die Gegend streunen.

Lesen Sie im zweiten Teil unsere konkreten Tipps für Unterkünfte zum kurzfristigen Wohnen

Erstveröffentlichung am 14.7.2004
zuletzt aktualisiert am 4.5.2007

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