In eigener Sache
Sehr geehrte Leser und Leserinnen
Zehn Jahre haben wir versucht, für Sie einen Pfad durch den EU-Dschungel zu schlagen. Jetzt ist er uns über den Kopf gewachsen und wir stellen das Magazin ein.
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Wir hoffen, Sie behalten ihr Interesse an EU-Themen.
EU SERVICE
Darf's ein bisschen mehr sein?
Kennen Sie Monsieur Charles, 'Dublinski' oder Herrn Peters? Wenn Sie in einem Land der Europäischen Union leben und dort ihre Steuern zahlen, dann sollten Sie zumindest ihre Tricks kennenlernen! Sie stehen nämlich stellvertretend für große und kleine Abzocker, Subventionsbetrüger und Lobbyisten, die die Kassen der EU hemmungslos plündern.
Bei einem EU-Haushaltsvolumen von insgesamt ca. 85 Milliarden EURO (im Jahr 1999) wittert dieser Personenkreis lukrative Geschäfte. Mit welchen Tricks und krimineller Energie dabei vorgegangen wird, schildert "Bananen für Brüssel". Einige eng an reale Begebenheiten angelehnte Geschichten um die oben genannten fiktiven Hauptpersonen veranschaulichen dabei die üblichen Vorgehensweisen.
Die drei Autoren haben verschiedene Politikbereiche der EU durchforstet und fanden zum Teil groteske Beispiele für leichtfertigen Umgang der Brüsseler Bürokratie
mit den ihr anvertrauten Steuergeldern.
Kläranlagen, Flächenschwindel und Tötungsprämien
Ahnen Sie beispielsweise,wie leichtfertig europäische Gelder für sinnlose Projekte verschleudert werden? So wurde festgestellt, dass allein in Italien fünf von sechs mit EU-Mittel geförderte Kläranlagen trotz offizieller Fertigstellung nicht in Betrieb genommen werden können. Oftmals fehlt der Anschluss des Werks an die Stromversorgung oder an die Kanalisation...
Ist Ihnen bekannt, wie einfach es für gewiefte Landwirte ist, ihre Getreide-Anbauflächen zu vergrößern? Allerdings nur auf dem Subventionsantrag, der nach Brüssel geschickt wird! Jeder zusätzliche Hektar der gemeldet wird, bedeutet auch mehr Beihilfe. Eine effektive Kontrolle findet kaum statt - und dies wissen die Betrüger auch!
Und ist Ihnen bewusst, dass Kälber gequält und durch halb Europa transportiert werden, weil es für die Tötung von sogenannten "Herodeskälbern" (d.h. die Tiere müssen jünger als drei Wochen sein!) von der EU Subventionen gibt? Die Kälbchen dürfen noch nicht einmal" verwertet" werden, was von der EU aber auch nicht überprüft wird. Da diese Prämie von den meisten Mitgliedsländern aus ethischen Gründen abgelehnt wird, müssen die Tiere illegal nach Frankreich, Portugal oder England transportiert werden, damit beispielsweise auch die deutschen Züchter davon profitieren können.
Der EU-Dschungel ist noch viel dichter
"Bananen für Brüssel" hat, auch wenn nur ein kleiner Teilbereich der alltäglichen Verschwendung dokumentiert werden kann, mehr zu bieten. Etwa das Zustandekommen von
EU-Richtlinien und Normen, sowie deren Umsetzung. Dieses wird ebenso kritisch und
unterhaltsam dargestellt, wie die erfolglosen Versuche von Lieschen Müller, EU-Subventionen für die Zucht von Seidenraupen und andere Dinge zu erhalten. Dabei
werden die Antworten des zuständigen Beamten im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dokumentiert, die schon an Realsatire grenzen.
Kontrolle gegen Verschwendung
Diejenigen, die schon immer gegen Brüssel gewettert haben, erhalten hier zwar gut recherchierte und mit viel Humor aufgearbeitete Beispiele, doch die Autoren sind nicht gegen Europa. Vielmehr wollen sie auf die bestehenden Missstände
aufmerksam machen und plädieren dafür, das System zu verbessern und effektiver zu gestalten. Besonders die Kontrollinstanzen müssen gestärkt und die vorgeschriebenen Überprüfungsmaßnahmen auch wirklich durchgeführt werden. Denn bisher, so weisen sie
eindrucksvoll nach, wurde manches allzu großzügig von Brüssel übersehen.
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