- Anne Arend.
In eigener Sache
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Zehn Jahre haben wir versucht, für Sie einen Pfad durch den EU-Dschungel zu schlagen. Jetzt ist er uns über den Kopf gewachsen und wir stellen das Magazin ein.
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Bis zur Erweiterung der EU ist es nur noch ein Katzensprung. Wirtschaft und Politik wachsen schnell zusammen. Aber wie sieht es mit Europas Bürgern aus? Der Sammelband "Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa" beleuchtet die Defizite sozialer Integration aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Frage nach dem identitären Kitt in Europa zieht sich dabei als roter Faden durch alle Beiträge
Demokratiedefizit und unzureichende Legitimation sind Schlagworte, mit denen die Brüsseler Bürokratie immer wieder bedacht wird. Alle Reformbemühungen zielen daher auf ein Europa für Europäer ab. Doch erst wenn sich die Bürger auch aktiv einbringen, kann man von einer europäischen Öffentlichkeit sprechen. 23 Autoren - Geistes- und Sozialwissenschaftler - haben sich zu Entwicklung und Stand der europäischen Bürgerbeteiligung geäußert.
Die Texte sind in drei Rubriken unterteilt:
Es handelt sich dabei aber mehr theoretische Fragestellungen und empirische Fallstudien, als um konkrete Vorschläge für mehr Öffentlichkeit in Europa. Trocken sind die Texte trotzdem nicht, denn sie greifen aktuelle Konflikte und Probleme auf: Etwa die Zypernfrage, Argumente dänischer und schwedischer EU-Skeptiker oder europaweite Bürgerproteste im Bereich Umweltschutz und bei der Asylpolitik. Natürlich ist auch die öffentliche Meinung in den Beitrittsländern ein großes Thema. Drei Texte beschäftigen sich allein mit der Rolle des investigativen Journalismus für die Bildung einer europäischen Öffentlichkeit. Die Autoren untermauern ihre jeweiligen Thesen mit vergleichenden, empirischen Untersuchungen.
Der Sammelband bietet einen umfassenden und vielseitigen Überblick über Probleme und Chancen europäischer Bürgerbeteiligung - in einer hoch akademischen Sprache. Europa-Einsteiger sollten das Buch jedoch nicht gleich frustriert in die Ecke werfen. Die Herausgeber leiten jedes dieser Kapitel mit einem theoretischen Übersichtstext ein. Hilfreich sind aber vor allem die Abstracts im Anhang des Buchs. Und, falls noch Fragen offen sind, kann man sich direkt an die Autoren wenden, denn jeder hat seine eMail-Adresse angegeben.
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