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"Wir haben eine Vision, und diese Vision heißt Europa"
"Vision Europa" ist zwar bereits 1996 erschienen,
doch bis heute hat das Buch nicht an Aktualität verloren. Roman Herzogs gesammelte Reden - gehalten zu verschiedenen Anlässen zwischen 1994 und 1996 - und ein dokumentiertes Gespräch beschäftigen sich mit den Risiken und Chancen nach dem
Ende des Ost-West-Konflikts. Dabei debattiert Herzog sowohl global als auch
national und stellt unter anderem Deutschlands neue (außen-)politische
Rolle in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Umrahmt werden seine
Reden von zwei anderen bekannten Namen. Manfred Bissinger (Herausgeber und Chefredakteur der Wochenzeitung " Die Woche") liefert ein journalistisches Vorwort, während Professor Karl Kaiser (Universität Bonn und Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik) ein politikwissenschaftlich aufbereitetes Nachwort bietet.
"Vision Europa" ist nicht nur der Buchtitel sondern auch eine Kapitelüberschrift. In diesem beschreibt Herzog seine Vorstellungen über das zukünftige Europa. Er beschäftigt sich mit der Frage eines europäischen Föderalismus, plädiert für eine europäische Verfassung und mehr Bürgernähe.
Schließlich darf es "nicht das Europa der Brüsseler Technokraten und auch nicht das Europa der politischen Klassen der Großstädte sein". Er betont, dass Europa bürgernäher gestaltet werden müsse, damit "die Köpfe und die Herzen der Menschen (...) für Europa gewonnen werden" können.
"Vision Europa" beinhaltet - wie der Untertitel bereits vermuten lässt - aber noch mehr. Der Bundespräsident a.D. blickt über den europäischen Tellerand hinaus und fordert einen Dialog der unterschiedlichen Weltkulturen. Nur
durch interkulturelle Kommunikation und Verständigung könne die immer weiter voranschreitende Globalisierung erfolgreich bewältigt werden. Dabei müsse ein "kulturübergreifendes ethisches Minimum" - das "Gemeinsame" - herausgearbeitet und auch die Bereitschaft gefördert werden, von anderen Kulturen zu lernen.
"Vision Europa" bietet durch seine Vielzahl - insgesamt sind es 17 Beiträge - eine ganze Reihe interessanter Denkanstöße. Durch die Sammlung einzelner
Reden, die zwar nach Themengebiete in vier größere Kapitel - dort aber nicht chronologisch - geordnet sind, geht der Gesamtzusammenhang leider etwas verloren.
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